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Jahresbrief 2018

für die Freunde und Partner des Jugendhilfeverbunds Kinderheim Rodt und der Ludwig-Haap-Schule

 

„Die Zuschauer waren bei dem Theaterspaziergang sowohl von der großartigen künstlerischen Leistung der Schauspieler als auch von der Aktualität und der Dramatik der ergreifend dargestellten Szenen beeindruckt.“ Mit diesen Zeilen würdigte der Schwarzwälder Bote die Aufführungen des integrativen Theaterprojekts „Habibi - oder was?“ im Juli diesen Jahres. Mit der Idee, den jungen Geflüchteten die Chance zu geben, ihre Erlebnisse mit hier lebenden Jugendlichen und Erwachsenen zu teilen und ihre Integration zu fördern, startete Anfang des Jahres unser integratives Theaterprojekt. Fast jeden Sonntag probte die Truppe mit dem Regisseur Paul Siemt und dem Musiktherapeuten Bernhard Rißmann von der Bundesakademie Trossingen. Koordiniert von der Projektleiterin Erika Sauter-Bartolomä wurden viele Erlebnisse in Szene gesetzt, von denen endgültig 13 Szenen ausgewählt und bei drei ausverkauften Theaterspaziergängen dem Publikum in eindrucksvoller Weise präsentiert wurden. Ein Projekt, das den Schauspielern genauso wie dem Publikum unter die Haut ging und zum Nachdenken angeregt hat. Dankbar waren wir für die Unterstützung durch die Robert-Bosch-Stiftung, Aktion Mensch und weitere Spender.

 

Ein Projekt ganz anderer Art findet immer dienstags im Kinderheim statt. Am Vormittag bereitet der Erlebnispädagoge verschiedene Brotteige vor und kurz vor Mittag heizt er den Backofen im Backhäusle mit selbst geschlagenem Bengelholz an. Um 13 Uhr startet dann die Back-AG. Schüler/innen der Gemeinschaftsschule und Kinder der Wohngruppen kneten die Teige und formen Bauern-, Buttermilch- und Vollkornbrot. Der Ofen wird von der Holzasche gesäubert und die Brote werden „eingeschossen“. Wenn man eine Stunde später durchs Heimgelände läuft, zieht einem der Duft des frisch gebackenen Brotes in die Nase. Am Abend wird das Brot an die Wohngruppen ausgeliefert und auch Mitarbeitende können Brote kaufen.

 

Viel Zeit und Energie brauchen unsere Mitarbeiter/innen, um mit den älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammen bezahlbare Wohnungen fürs Betreute Jugendwohnen zu finden. Durch das Betreute Jugendwohnen helfen wir den jungen Menschen auf ihrem individuellen Weg in die Gesellschaft. Meist gehen die 18-21-Jährigen einer Ausbildung nach oder qualifizieren sich in einer Maßnahme. Der Betreuer oder die Betreuerin steht ihm oder ihr mit wenigen Stunden in der Woche noch zur Seite und unterstützt bei Fragen der Haushaltsführung, bei Kontakten zu Betrieben und Ämtern oder bei der Vorbereitung auf Prüfungen. Haben Sie eine freie Wohnung? Dann kommen Sie gerne auf uns zu.

 

Bis jetzt sind wir mit unseren Erzieherischen Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien zuständig, die Unterstützung beim Aufwachsen bzw. bei der Erziehung ihrer Kinder brauchen. Kinder und Jugendliche mit Behinderung sind von diesen Angeboten bisher ausgeschlossen. Die UN-Kinderrechtskonvention und das geplante inklusive Kinder- und Jugendhilfegesetz sieht in Zukunft die Verantwortung für alle Kinder und Jugendlichen bei der Jugendhilfe. Wir setzen uns mit der Frage auseinander, wie wir allen jungen Menschen mit und ohne Behinderung gerecht werden können. Mit welchen zusätzlichen Professionen müssen wir in Zukunft kooperieren? Wieviel Unterschiedlichkeit tut einer Wohngruppe gut? Was braucht die Inklusion an Veränderungen in der Gesellschaft und in unserem Denken und nicht zuletzt in der personellen Ausstattung? Welche speziellen Angebote brauchen wir auch in Zukunft, um den verschiedenen jungen Menschen gerecht zu werden und sie und uns nicht zu überfordern? Das sind spannende Fragen, auf die die Politik, die Jugendhilfe und wir im nächsten Jahr Antworten finden müssen.

 

Viel Erfahrung hingegen haben wir in der Schulsozialarbeit: Während wir im Landkreis Calw seit vielen Jahren an sechs Schulen mit unseren Sozialarbeiter/innen tätig sind, hat sich nun auch die Schulsozialarbeit in Loßburg und Dornhan inzwischen ebenfalls etabliert. Seit September kümmert sich nun auch eine Kollegin um die Belange der Schüler/innen an der Grundschule Alpirsbach und ihrer Außenstelle Peterzell. Mit ihrem präventiven Ansatz ist die Schulsozialarbeit glücklicherweise an vielen Schulen nicht mehr wegzudenken und gehört selbstverständlich zum Schulkonzept.

 

Während wir in diesem Jahr wieder mehr als 25 Mitarbeiter/innen neu begrüßen konnten, feierten wir mit zwei Kolleginnen ihr 30-jähriges Jubiläum. Cornelia Müssigmann begann 1988 als Erzieherin, studierte später Erziehungswissenschaften. Sie ist nunmehr seit 25 Jahren stellvertretende Heimleiterin und Bereichsleiterin für die stationären Hilfen. Ebenfalls seit 30 Jahren berät die Psychologin Carola Schulze-Rees die Wohngruppenteams, arbeitet therapeutisch mit einzelnen Mädchen und ist Mitglied in der Pädagogischen Konferenz. Beiden Kolleginnen verdanken wir die sich immer weiter entwickelnde Qualität unserer Wohngruppen.

 

Das waren nur ein paar kurze Einblicke in unsere vielfältige Arbeit, die wir mit unseren 240 Mitarbeiter/innen von Dornhan bis Bad Herrenalb anbieten. Viele Projekte sind nur mit der Unterstützung von Spenden möglich. Deshalb danken wir an dieser Stelle allen unseren Freunden und Spendern, aber auch den vielen Kooperationspartnern und den Kolleg/innen der Jugendämter und Schulen für die wohlwollende Begleitung und Unterstützung, für Ihre Rückmeldungen und auch für kritische Anmerkungen. Wir freuen uns, wenn Sie uns auch in Zukunft verbunden bleiben und unsere Arbeit durch Ihr Wohlwollen, Ihre Spende oder im Gebet unterstützen. Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und Gottes Segen für das neue Jahr.

 

Edwin Benner

Leitung Jugendhilfe

Jochim Lutz

Leitung Schule

BruderhausDiakonie

Jugendhilfeverbund

Kinderheim Rodt mit
Ludwig-Haap-Schule

Masselstr. 2

72290 Loßburg

 

 

SPENDENKONTO:
Kreissparkasse FDS

IBAN: DE27 6425 1060 0000 0084 04

BIC: SOLADES1FDS

 

Tel.: 07446 184 0   Fax: 07446 184 49

Internet: www.bruderhausdiakonie.de

Mail: jkr@bruderhausdiakonie.de

 

 

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